Gelbguss

Gelbguss-Arbeiten aus Afrika

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Gelbguss-Amulette
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Gelbguss-Anhänger
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Perlen & -Anhänger
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Gelbguss im Wachsausschmelzverfahren

Die drei Begriffe „Guss in verlorener Form – Wachsausschmelzverfahren – Cire-perdue“ bezeichnen eine Gusstechnik, die sich seit Jahrtausenden kaum geändert hat.

Der viel zu früh verstorbene Kunst-Ethnologe Johannes Glaser dokumentiert dieses Guss-Verfahren in seinem äußerst informativen Buch „CIRE-PERDUE: Geheimnis und Faszination des westafrikanischen Gelbgusses“, von dem ich Auszüge mit freundlicher Genehmigung des Autors zitiere:

Bronze- und Messingguß werden heute meist unter dem Begriff Gelbguß zusammengefaßt… weil oftmals gar nicht mehr zweifelsfrei nur von Bronze oder Messing gesprochen werden kann, da immer häufiger Legierungen auftreten, die sowohl Zinn- als auch Zinkanteile aufweisen.

Cire-perdue, diese Bezeichnung sagt uns, daß das Modell… aus Wildbienenwachs gefertigt, nach dem Ausschmelzen nicht mehr existiert (cire-perdu [fr.]: verlorenes Wachs), und wie auch die nach dem eigentlichen Gußprozess zerschlagene Gußform verloren ist… Aus diesem Grund sind alle Objekte, welche im Wachsausschmelzverfahren gegossen wurden, Unikate.

Zusammenfassung des Herstellungsprozesses

Ein Gelbgießer formt aus Wachsfäden das zu gießende Modell um einen Kern, ummantelt es mit feuchtem Lehm und versieht es mit einer Ausgusstülle. Ist diese Lehmform getrocknet, wird sie über dem Holzkohlenfeuer erhitzt, um das darin befindliche Wachs auszuschmelzen. Zurück bleibt ein Hohlraum von genau der Form des Wachsmodells. Diese Gussform und ein mit Metallstücken gefüllter Tonbehälter werden miteinander verbunden. Das im Holzkohlefeuer geschmolzene Metall fließt durch Umkippen in die Gussform aus gehärtetem Lehm, die nach dem Erkalten zerschlagen wird.

Unebenheiten und Gusskanäle werden heutzutage mit Feilen beseitigt. Glaser gibt den durch die Europäer eingeführten Feilen die Schuld daran, dass „das Vorhandensein eines solchen ‚Glättungswerkzeugs‘ eine sorgfältige und zeitaufwendigere Gußvorbereitung entbehrlich zu machen scheint.“

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  • „Cire-Perdu: Geheimnis und Faszination des westafrikanischen Gelbgusses“, Johannes Glaser 2005
  • „Akan: Goldgewichte im Bernischen Historischen Museum“, Bern 1990
  • „Afrikanisches Gold: Schmuck Insignien und Amulette aus Ghana, Mali, dem Senegal und von der Elfenbeinküste“ Aus der Sammlung Barbier-Mueller, München 1989
  • „Glänzend wie Gold: Gelbguss bei den Senufo, Elfenbeinküste“, Museum für Völkerkunde, Berlin 1987
  • „Zur Technik des Goldgusses bei den Ashanti (Ghana)“ in „Das Gold in der Kunst Westafrikas“, Museum Rietberg, Zürich 1981
  • „Gelbgießer im Kameruner Grasland“, Museum Rietberg, Zürich 1979