Kanoperlen

Hebron- bzw. Kanoperlen

Die schwarz-bunten Perlen ahmen möglicherweise römische „Krümelperlen“ (crumb beads) nach, denn sie sehen ihnen zum Verwechseln ähnlich.

Die Perlen sind undurchsichtig und wurden in einer sehr begrenzten Farbpalette hergestellt. Es gibt sie in Gelb, Grün, Blau und Schwarz mit bunten Einsprengseln (von oben nach unten gesehen).

 

Hebron / Westjordanland
Hebron / Westjordanland

 

Hebron wurde vermutlich im 3. Jahrtausend vor Christus gegründet und liegt ca. 30 Kilometer südlich von Jerusalem im heutigen Westjordanland. Dort wurden vom 12. Jahrhundert bis ca. 1880 die Hebronperlen produziert, wobei das Salz des Toten Meeres dem Glas die unverwechselbaren Farben verleiht.

Von Hebron  gelangten die Perlen auf den alten Handelswegen nach Westafrika, wo sie hauptsächlich im Sudan verwendet wurden. Dort hießen sie „mongur“ und wurden entweder von Frauen als Schmuck getragen oder auch als Schutzwall gegen Unheil um die Dörfer ausgelegt.

Ab ca. 1840 schätzten die Sudanesen diese Perlen nicht mehr so hoch, sie wurden von Händlern der Hausa (einer Volksgruppe in weiten Teilen Nord-, West- und Zentralafrikas, besonders in Nord-Nigeria) billig aufgekauft und nach Kano, der Hauptstadt Nigerias, gebracht. In Kano wurden die ehemals runden Perlen abgeflacht, vermutlich um sie besser verarbeiten zu können. Diese abgeflachten Perlen erhielten den Handelsnamen Kanoperlen.

Weiterführende Literatur (Auswahl):

  • Peter Francis, Jr., Beads of the World, Atglen 1994
  • Robert K. Liu, Collectible Beads, Vista 1995
  • Janet Coles; Robert Budwig, Beads: An Exploration of Bead Traditions Around the World, New York 1997
  • Charles J. Opitz, An Ethnographic Study of Traditional Money, Ocala 2000